Neuerungen für die Anbieterqualifikation ab 01.10.2020

Neuerungen für die Kurse Autogenes und Progressive Muskelrelaxation

Ab Herbst 2020 ändern sich die Regelungen für die Anbieterqualifikation von Leistungen der individuellen verhaltensbezogenen Prävention nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V.

Die Voraussetzung für die Anerkennung von Präventionskursen ist durch die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) geregelt. Derzeit ist für die Durchführung eines krankenkassenanerkannten Kurses die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe erforderlich . 

Relevante Ausbildungen sind der Kursleiter Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Stressmanagement sowie die Ausbildung zum Entspannungstherapeuten. In  Zukunft gibt es strengere Regeln.

Bestandsschutz bis 30.09.2020

Wichtig ist, dass bis zum 30. September 2020 anerkannte Zertifizierungen einen sogenannten Bestandsschutz unterliegen. D.h. alle nach dem Präventionsprinzipien bis dahin bereits anerkannten Kursleiter erhalten für die Zukunft Bestandsschutz von der Kooperationsgemeinschaft der Krankenkassen beauftragten Zentralen Prüfstelle Prävention.

Die dauerhafte Anerkennung einer Qualifikation bezieht sich laut der zuständigen Stelle auf ein Präventionsprinzip und eine bestimmte Kursleiterin/ einen Kursleiter. Sie ist nicht übertragbar.  Die Möglichkeit des Bestandsschutzes besteht zudem für verschiedene Präventionskurse. Dies ist jedoch nur der Fall, sofern zertifizierte Kurse vorliegen.

Wer gerne noch vor der Änderung der Anbieterqualifikation sich als zertifizierter Kursleiter ausbilden möchte, sollte dies noch vor Ablauf der Frist tun. Unsere Ausbildungen finden Sie hier

Auszug aus dem aktuellen GKV Leitfaden

Anbieterqualifikation
Bis zum 30. September 2020 gelten folgende Regelungen:
Zur Durchführung der Entspannungstrainings PR und AT kommen zusätzlich zu den für multimodale Stressbewältigungstrainings geeigneten Anbieterinnen und Anbietern (s. Präventionsprinzip Förderung von Stressbewältigungskompetenzen) auch Fachkräfte mit insbesondere den nachstehenden Qualifikationen in Betracht:
•Sportwissenschaftler/in (Abschlüsse: Diplom, Staatsexamen, Magister, Master, Bachelor)
•Sport- und Gymnastiklehrer/in
•Physiotherapeut/in, Krankengymnast/in
•Ergotherapeut/in
•Erzieher/in
•Gesundheitspädagogin/Gesundheitspädagoge (Abschlüsse: Diplom, Magister, Master, Bachelor)
•Heilpädagogin/Heilpädagoge

mit Zusatzqualifikation im Bereich Entspannung (Nachweis einer entsprechenden Qualifikation als Trainingsleiterin/Trainingsleiter im jeweiligen Verfahren im Umfang von mindestens 32 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten in Präsenzunterricht).

Neuerungen ab 01.10.2010 - Quelle: GKV Spitzenverband, Leitfaden Prävention, 2018

Anbieterqualifikation für Progressive Relaxation (PR) und Autogenes Training (AT)
Ab dem 1. Oktober 2020 gelten folgende Regelungen:
Zur Durchführung der Entspannungstrainings PR und AT kommen Fachkräfte mit folgenden Voraussetzungen in Betracht:

•Staatlich anerkannter Berufs- oder Studienabschluss mit einem Gesundheits- oder Sozialbezug mit Nachweis folgender Mindeststandards:

Präventionsprinzip „Förderung von Entspannung (Palliativ regeneratives Stressmanagement)“-Progressive Relaxation und Autogenes Training

Die nachfolgend genannten Fachkompetenzen sind zu mindestens 60% in staatlich anerkannten Berufsausbildungen und / oder wissenschaftlichen Studiengängen an Universitäten oder Fach-hochschulen jeweils mit Abschluss erworben worden.

Sie können bis zu 40% durch weitere Quali-fizierungsmaßnahmen ergänzt werden.

Hierfür anerkennungsfähig sind weitere Qualifizierungsmaßnahmen von Institutionen der Aus-, Fort- und Weiterbildung, die staatlich anerkannte Berufs- oder Studienabschlüsse vergeben bzw. die staatlich anerkannt sind, sowie von Berufs- und Fachverbänden.

Fachwissenschaftliche Kompetenz

1. Pädagogik, Psychologie (≥ 180 Stunden oder 6 ECTS)

  • Psychologische und pädagogische Grundlagen menschlichen Erlebens und Verhaltens (Lernen, soziale Prozesse), der Instruktion und Schulung sowie des Stressgeschehens aus psychologischer Perspektive (grundlegende Modelle, Reaktionsmuster, Auswirkungen)
  • Grundannahmen zur Entwicklung und Behandlung psychischer Störungen (insb. Angst und Depression).

2. Medizin (≥ 180 Stunden oder 6 ECTS)

  • Biologische, insbesondere anatomische und physiologische Grundkenntnisse über die wesentlichen für das Stress-, Erholungs- und Entspannungsgeschehen relevanten Organ-systeme (Bewegungsapparat, Herz-Kreislauf, Atmung, Verdauung, Niere, Nervensystem inkl. Sinnesorgane, Hormon- und Immunsystem)
  • Gesunde Funktionsweise von Organen und in ausgewählten Krankheitsbildern pathologi-sche Organ- und Funktionsveränderungen
  • Verhaltensabhängige Erkrankungen und biopsychosoziales Modell

Fachpraktische Kompetenz

3. Beratung, Training, Schulung, Selbsterfahrung und Einweisung in PR / AT (≥ 90 Stunden oder 3 ECTS ausschließlich in Präsenz)

  • Es wird von einem Umfang von mindestens 60 Stunden Schulung / Einweisung in das Ent-spannungsverfahren inklusive Selbsterfahrung8 ausgegangen.
  • Selbstorganisation, Kommunikation, Pädagogik, Anleitung, Beratung, Training und Schulung
  • Vermittlung des Trainings, Trainingsanpassung
  • Bei Kursanbietenden, die Kurse sowohl zu PR als auch zu AT anbieten, sind die 90 Stunden fachpraktische Kompetenz um die Einweisung und Selbsterfahrung in das jeweils andere Programm zu ergänzen und nachzuweisen.

Fachübergreifende Kompetenz

4. Grundlagen der Gesundheitsförderung und Prävention (≥ 30 Stunden oder 1 ECTS)

  • Strategien und Handlungsfelder der Gesundheitsförderung
  • Konzepte von Gesundheit und Krankheit5. Frei wählbar aus den o.g. Inhalten 1-4 (150 Std. oder 5 ECTS)
  • Vertiefte Kompetenzen in einzelnen ausgewiesenen BereichenVorzulegen ist eine Einweisung in das durchzuführende Programm (bei Verwendung eines zertifizierten Konzepts) bzw. in die vorgesehenen Inhalte / Verfahren.

WEITERE INFORMATIONEN

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte den Erläuterungen zum GKV Leitfaden hier

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