Neuerungen für die Anbieterqualifikation ab 01.01.2021

Neuerungen für die Kurse Autogenes und Progressive Muskelrelaxation

Ab Januar 2021 änderten sich die Regelungen für die Anbieterqualifikation von Leistungen der individuellen verhaltensbezogenen Prävention nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V.

Die Voraussetzung für die Anerkennung von Präventionskursen ist durch die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) geregelt.

Relevante Ausbildungen sind der Kursleiter Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Stressmanagement sowie die Ausbildung zum Entspannungstherapeuten. In  Zukunft gibt es strengere Regeln.

Neuerungen ab 01.01.2021

Anbieterqualifikation für Progressive Relaxation (PR) und Autogenes Training (AT)
Ab dem 01.01.2021 gelten folgende Regelungen:
Zur Durchführung der Entspannungstrainings PR und AT kommen Fachkräfte mit folgenden Voraussetzungen in Betracht:

•Staatlich anerkannter Berufs- oder Studienabschluss mit einem Gesundheits- oder Sozialbezug mit Nachweis folgender Mindeststandards:

Was bedeutet das für die Ausbildungen im FBZ Landshut?

Anders als noch im vergangenen Jahr, als unsere Ausbildungen als Zusatzqualifikation ausreichten, um die Anerkennung zum Kursleiter zu erhalten, sind diese nun ein Teil eines umfangreicheren Qualifizierungsprozesses.

Folgende Voraussetzungen sind für eine Anerkennung bei den Krankenkassen seit diesem Jahr notwendig:

  • Eine ausreichende Grundqualifikation:
    • Sie müssen als Anerkennung Ihrer Grundqualifikation zur Durchführung von § 20 SGB 5 Präventionskursen einen handlungsfeldbezogenen staatlich anerkannten Berufs- oder Studienabschluss absolviert haben.
  • Zusätzlich müssen Sie für das jeweilige Handlungsfeld nachweisen:
    • fachwissenschaftliche,
    • fachpraktische und
    • fachübergreifende Kompetenzen
    • Im Handlungsfeld Stressmanagement und Entspannung sind das bspw. 720 Stunden! Diese können auch im Rahmen Ihres Studiums (max. 60%) und durch zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen (40%) an staatlich anerkannten Aus- Fort- und Weiterbildungsanbietern erworben worden sein. Es müssen 90 Zeitstunden fachpraktische Erfahrung enthalten sein.
    • Sie müssen eine Einweisung in das Präventionskurskonzept (Zusatzqualifikation) nachweisen.
    • Die Prüfung Ihrer Voraussetzungen und somit Ihre Eignung übernimmt die Zentrale Prüfstelle für Prävention.

Präventionsprinzip „Förderung von Entspannung (Palliativ regeneratives Stressmanagement)“-Progressive Relaxation und Autogenes Training

Ab dem 01.01.2021 sind nicht mehr ausschließlich die beruflichen Abschlüsse entscheidend, sondern es werden fachliche Mindeststandards geprüft. Diese müssen in detaillierten Unterlagen zu den Ausbildungsinhalten nachgewiesen werden. Ohne Unterlagen ist demnach keine Prüfung möglich. Beglaubigte Kopien von Unterlagen und Curricula können ggf. als Grundlage herangezogen werden. .

Bei staatlich anerkannten Berufs- oder Studienabschlüssen muss die Erfüllung der Mindeststandards im Umfang von mindestens 60 Prozent aus diesen staatlich anerkannten Berufsausbildungen und/oder wissenschaftlichen Studiengängen jeweils mit Abschluss nachgewiesen werden.

Fehlende Inhalte können bis zu 40 Prozent durch weitere Qualifizierungsmaßnahmen an Institutionen der Aus-, Fort- und Weiterbildung oder von Berufs- und Fachverbänden ergänzt werden.

Fachwissenschaftliche Kompetenz

1. Pädagogik, Psychologie (≥ 180 Stunden oder 6 ECTS)

  • Psychologische und pädagogische Grundlagen menschlichen Erlebens und Verhaltens (Lernen, soziale Prozesse), der Instruktion und Schulung sowie des Stressgeschehens aus psychologischer Perspektive (grundlegende Modelle, Reaktionsmuster, Auswirkungen)
  • Grundannahmen zur Entwicklung und Behandlung psychischer Störungen (insb. Angst und Depression).

2. Medizin (≥ 180 Stunden oder 6 ECTS)

  • Biologische, insbesondere anatomische und physiologische Grundkenntnisse über die wesentlichen für das Stress-, Erholungs- und Entspannungsgeschehen relevanten Organ-systeme (Bewegungsapparat, Herz-Kreislauf, Atmung, Verdauung, Niere, Nervensystem inkl. Sinnesorgane, Hormon- und Immunsystem)
  • Gesunde Funktionsweise von Organen und in ausgewählten Krankheitsbildern pathologi-sche Organ- und Funktionsveränderungen
  • Verhaltensabhängige Erkrankungen und biopsychosoziales Modell

Fachpraktische Kompetenz

3. Beratung, Training, Schulung, Selbsterfahrung und Einweisung in PR / AT (≥ 90 Stunden oder 3 ECTS ausschließlich in Präsenz)

  • Es wird von einem Umfang von mindestens 60 Stunden Schulung / Einweisung in das Ent-spannungsverfahren inklusive Selbsterfahrung8 ausgegangen.
  • Selbstorganisation, Kommunikation, Pädagogik, Anleitung, Beratung, Training und Schulung
  • Vermittlung des Trainings, Trainingsanpassung
  • Bei Kursanbietenden, die Kurse sowohl zu PR als auch zu AT anbieten, sind die 90 Stunden fachpraktische Kompetenz um die Einweisung und Selbsterfahrung in das jeweils andere Programm zu ergänzen und nachzuweisen.

Fachübergreifende Kompetenz

4. Grundlagen der Gesundheitsförderung und Prävention (≥ 30 Stunden oder 1 ECTS)

  • Strategien und Handlungsfelder der Gesundheitsförderung
  • Konzepte von Gesundheit und Krankheit5. Frei wählbar aus den o.g. Inhalten 1-4 (150 Std. oder 5 ECTS)
  • Vertiefte Kompetenzen in einzelnen ausgewiesenen BereichenVorzulegen ist eine Einweisung in das durchzuführende Programm (bei Verwendung eines zertifizierten Konzepts) bzw. in die vorgesehenen Inhalte / Verfahren.

WEITERE INFORMATIONEN

Hier finden Sie zusammengefasste Informationen in Form von Auszügen aus dem GKV - Leitfaden für Prävention vom Dezember 2020


Ausführliche Informationen entnehmen Sie bitte den Erläuterungen zum GKV Leitfaden hier