Modul V und VI- Inhalte

Lösungsorientierte Kurztherapie

Systemische Beratung und Therapie ist eine Sammelbezeichnung für eine bestimmte Art des Denkens und Handelns, das vor etwa 40 Jahren mit der Familientherapie einsetzte und sich im Laufe der Zeit von dort her weiterentwickelt hat.

Ein "Entwicklungsstrang" stellt die Lösungsorientierte Kurztherapie dar. Ihr Begründer ist Steve de Shazer. Den traditionellen psychotherapeutischen Prozess kehrte er um,  indem er die Klienten bat, eine Lösung des Problems, das sie in die Therapie geführt hatte, detailliert zu beschreiben. Dadurch verschob er den Fokus von den Problemen (dem, was schiefgeht) zu den Lösungen (dem, was besser wäre).

Er gründete gemeinsam mit seiner Frau Insoo Kim Berg das Brief Family Therapy Center in Milwaukee.

Diese Forschungsgruppe interessierte sehr, was Klienten bereits tun, um ihre Probleme zu verkleinern oder zu lösen und was sie selbst für Ideen hatten, wie sich die Dinge am besten ändern könnten. Der Fokus ausgerichtet auf Lösungen und auf die Zukunft mehr als auf Probleme oder misslungene Lösungsversuche führte zu der Erkenntnis, dass es nicht notwendig war, viel oder überhaupt etwas über das Problem wissen zu müssen, um einen positiven Veränderungsprozess einzuleiten. Die Forschungsgruppe fing an, den Klienten als Experten für sein eigenes Leben zu respektieren. Gemeinsam entwickelten sie feine und differenzierte Vorgangsweisen, erkundeten erlebte Ausnahmen vom Problemerleben, entwickelten die sog. Wunderfrage, Skalenfragen, Beziehungs- und Bewältigungsfragen und legten besonderen Wert auf wertschätzende Beobachtungen. Ein wichtiger Schritt war auch der Gebrauch einer Pause gegen Ende einer Therapie- oder Beratungssitzung: mit einer abschließenden Zusammenfassung und der Anregung, etwas Bestimmtes zu tun.

Kontakt

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Telefon: 0871/ 965 92 00

Email: kontakt@fortbildungszentrum-landshut.de

Inhalte

  • Lehrsätze der Lösungsorientierten Kurztherapie
    • Was nicht kaputt ist, muss man auch nicht reparieren
    • Das, was funktioniert, sollte man häufiger tun
    • Wenn etwas nicht funktioniert, sollte man etwas anderes probieren
  • Grundannahmen der Lösungsorientierten Kurztherapie

    • Es hat nur der- oder diejenige ein Problem, der auch die Idee einer Lösung hat
    • Im Zentrum der lösungsorientierten Kurztherapien steht die Ziel-oder Lösungsvision
    • Nicht zu schnell verstehen
    • Vorteile eines positiven Fokus
    • Ausnahmen verweisen auf Lösungen
    • Nichts ist immer dasselbe - Änderung tritt immer auf
    • Kleine Änderungen sind notwendig - führen zu größeren Änderungen
    • ...
  • Ziele definieren
  • Konstruktion von Lösungen
  • Spezifische Interventionen
    • Bereits vor der Sitzung eingetretene Veränderung
    • Auf Lösungen gerichtete Ziele
    • Die Wunderfrage
  • Wertschätzen und Würdigen
    • Coping-(Bewältigungs-) Fragen
    • Gute Gründe
    • Verbales Verhalten des Therapeuten

Ziele

  • Sie kennen die Grundhaltung der Lösungsorientierten Kurztherapie
  • Sie kennen die Grundannahmen der LKT
  • Sie können Ziele klar definieren - die Grundlage für eine Lösung
  • Sie arbeiten mit Ausnahmen
  • Sie erweitern Ihre beraterische Kompetenz um die Fähigkeit zur Lösung, ohne das Wissen um das Problem, zu gelangen
  • Sie lernen lösungsorientierte Interventionen wie: spezielle Fragetechniken, Wunderfrage, die Arbeit mit Ausnahmen, Hypothesenstellen, Coping
Ihre Dozentin:
Kerstin Meiler